Im Herbst 1993 nominierte die SP Gossau Vroni Mazenauer als Mitglied des Gemeinderates.
Den SP-Frauen war klar, dass es für eine Frau und für eine linke Frau ganz besonders, schwierig sein würde, in diese von Männern dominierte Behörde gewählt zu werden.
Im Dezember des gleichen Jahres beschlossen Vroni Mazenauer und Elisabeth Münger, dass die Frauen einen eigenen frauenspezifischen Wahlkampf führen müssten. Die SP-Frauen suchten deshalb Frauen von ausserhalb der Partei, die an Frauenpolitik interessiert und gleichzeitig bereit waren, sich für die Wahl von Vroni Mazenauer und der vier weiteren Kandidatinnen der SP für Behördenämter zu engagieren.
Laut Präsenzliste nahmen 17 Frauen an der ersten erweiterten Sitzung am 21. Januar 1994 teil. Da die Zeit drängte, war es nicht möglich, sämtliche Kandidatinnen für Behördenämter in der Gemeinde anzufragen, ob sie Unterstützung wünschten. Dies führte dann auch anfänglich zu einigen Spannungen.
Es wurde beschlossen, die lose Gruppe vorläufig „Frauenforum“ zu nennen. Da es sich herausstellte, dass dieser Name schon besetzt war, einigten wir uns in einer späteren Sitzung auf „Politisches Frauenpodium Gossau“. Diesen Namen trägt unser Verein auch heute noch.

Von Anfang an war klar, dass Frauen verschiedenster politischer Ausrichtungen und vor allem parteilose Frauen in unserem Verein Platz finden sollten. Unter anderem ging und geht es darum, Frauen für die kommunale Politik zu interessieren und zu ermutigen, sich für Ämter zur Verfügung zu stellen.
Die erste Sitzung war von Aufbruchsstimmung geprägt. Es wurden Standaktionen, persönliche Werbekampagnen, Flugblätter und Zeitungsberichte geplant und ausgeführt. Der Wahlkampf war recht erfolgreich, nur eine Kandidatin wurde, mit wenigen fehlenden Stimmen, nicht gewählt. Nach den Wahlen ging es darum, in welcher Form und mit welchen Zielen das Politische Frauenpodium weiter bestehen sollte. Die Zahl der Interessierten Frauen nahm bei jeder Sitzung zu. In Gruppenarbeiten wurden Inhalte und Ziele erarbeitet. Ein Jahresprogramm wurde erstellt und zwei Frauen nahmen an einer Veranstaltung des Frauen-Info-Netzes teil, um sich über Strukturen anderer Frauengruppierungen zu informieren. Das Frauenpodium hatte sich auf den Weg gemacht!
Im Herbst 1994 wurde beschlossen, den Verein „Politisches Frauenpodium Gossau“ zu gründen, mit Statuten und Strukturen, die es ermöglichten, in einer anderen Form als bisher an die Öffentlichkeit zu treten. Die Vereinsgründung fand am 11. Januar 1995 statt.

Behördenvertreterinnen des Politischen Frauenpodiums

Seit bald 15 Jahren engagieren wir uns für die Vertretung von Frauen in den
Behörden und Ämtern Gossaus und beleben mit ihnen die Gemeindepolitik. Wahlen
von Mitgliedern des Politischen Frauenpodiums Gossau seit 1994:

  Wahlen 1994 gewählt: 3  
  Wahlen 1996 gewählt: 1  
  Wahlen 1998 gewählt: 9  
  Wahlen 2000 gewählt: 1  
  Wahlen 2002 gewählt: 5  
  Wahlen 2003 gewählt: 1  
  Wahlen 2006 gewählt: 6  
  Wahlen 2008 gewählt: 1  
  Wahlen 2009 gewählt: 1  
  Wahlen 2010 gewählt 9, davon 2 Frauen in den Gemeinderat  

Weiter organisiert das Politische Frauenpodium jährlich wiederkehrend einen Abend,
an dem sich Frauen, die in unserer Gemeinde in einem Amt oder einer Behörde
engagiert sind, zu einem Austausch über die Parteigrenzen hinweg treffen.

Auf Gemeindeebene bietet das Politische Frauenpodium Gossau (PFP) den
Mitgliedern jeweils 14 Tage vor der Gemeindeversammlung die Gelegenheit sich
über die anstehenden Geschäfte am Polithöck zu informieren und sich
auszutauschen. Wird eine Parole gefasst, orientieren wir darüber in den
Regionalzeitungen.

Politische Themen

Vernehmlassungen zu: Entwurf der Gemeindeordnung Einheitsgemeinde, Gemeindeordnung Oberstufenschulpflege, Gemeindeordnung Primarschulpflege, Revision Oberstufenschulgemeindeordnung, Vertrag Vereinigung Oberstufen Gossau und Grüningen.

Gossauer Frauen berichten im Hinblick auf die Gemeindewahlen 2006 von ihrer Behörde- und Kommissionstätigkeit.

Sozialhilfe - was Gossau den Schwächeren alles bietet. Mit Frau Bea Schwarz, Gemeinderätin.

Revision der Bau- und Zonenordnung: Stellungnahme zu den Entwürfen.

Die Gossauer Gemeindeordnung: Vorschläge zur Überarbeitung. – weglassen, ist schon oben enthalten

Podiumsgespräch mit den Gossauer Kantonsrats-Kandidatinnen.

Besuch der Herbstsession in Bern. Diskussion mit Frau Trix Heberlein, anschliessend Stadtrundgang.

Besuch im Kantonsrat

Frauenanliegen

Seit 2009 sind wir ein Kollektivmitglied der Zürcher Frauenzentrale und können so die Angebote auch für unsere Mitglieder anbieten.

Am 8.3.2009 hat das PFP mit einem ökumenischen Gottesdienst (in Zusammenarbeit mit der Ökumenegruppe) und einer von Gossauer Künstlerinnen gestalteten Ausstellung zum 100. Internationalen Tag der Frau, die Diskussion zu der aktuellen Situation der Frau in der Gesellschaft angeregt und in der Presse ein grosse Echo erfahren.

“Porträts der 1’000 Friedensfrauen”

Mehrtägige Ausstellung der Porträts, Diavortrag von Frau Elisabeth Neuenschwander, Lesungen, Filmvorführungen und Gottesdienst (in Zusammenarbeit mit der Ökumenegruppe). März 2007

Expo 2002: Teilnahme am Frauentag.

Vorträge – einige Highlights

„1'000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005“
Referat von Frau Monika Stocker, Stadträtin Zürich, und Frau Eva Mezger, Mitinitiantin Projekt 1000 Friedensfrauen, über die nominierten Frauen.

„Trampolin statt Hängematte“
Referat von Frau Rosmarie Zapfl, ehemalige Nationalrätin.

„Die Unternehmerin“
3 Frauen berichten von der Chance und Herausforderung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit.

"Frau und Sozialversicherung"
Vortrag von Frau Christine Goll, Nationalrätin.

"Die Rechte der Frauen in der Arbeitswelt"
Vortrag von Frau Irmtraud Bräunlich, Redaktorin Beobachter (Expertin für Arbeitsrecht).

"Die Zukunft der Arbeit - ein Problem für die Frauen?"
Referat von Herrn Professor Hans Ruh.

"Das Recht der Weiber"
Geführter Stadtrundgang.

"Frauenarmut in der Schweiz"
Referat von Frau Christine Goll, Nationalrätin.

"Frauen und Macht in der Politik"
Gründungsversammlung mit Referat von Frau Barbara Marty Kälin.

"Frauen aus fremden Kulturen"
Erzählen über ihren Einstieg in den Schweizer Alltag und ihr Befinden in Gossau.

Bildung und Kultur
 

Wenn es draussen kalt und dunkel ist, die Festtage vorbei sind und ein neues Jahr
begonnen hat, organisiert das PFP jeweils einen Literaturabend. Nachfolgend sind
einige Beispiele aufgeführt:

Frau Melanie Pfändler liest aus ihrem Buch „Endzeit“.

„Lotti Latrous“. Referat und Dias von Frau Gabriella Baumann-von Arx

Literaturabend zum Thema „Nobelpreis“ und „1'000 Frauen für den Friedensnobelpreis“.

„Lieblingsbücher von bekannten und unbekannten Zeitgenossen“.

Lesung von Frau Dr. Ilva Oehler aus ihrem Buch „Liebe ist hart wie Diamant“.

Frauenbuchladen mobil: Gerti Camenisch erzählt über ihren Werdegang zur Buchhändlerin für Frauenliteratur und über ihre Projekte.

Eine feste Tradition ist unser alljährlicher Maibummel – dieser ist für alle Gossauer Frauen gedacht und bietet die Gelegenheit, sich beim Spazieren durch die Natur und beim anschliessenden Essen kennen zu lernen und sich auszutauschen. Hier einige Beispiele:

von Gossau nach Herschmettlen zu unserem wieder auferstandenen Frauenbänkli

von Gossau ins Städtli Grüningen

von Bertschikon via Sulzbach zum Schloss in Uster

um den Lützelsee

über den Pilgerweg von Pfäffikon nach Rapperswil

Botanischer Garten der Universität Zürich

Maifahrt zum Schloss Wildegg, Besuch des Schlosses und Führung durch den

Kräuter- und Gemüsegarten

Besuch der Grotte und des Museums von Emma Kunz, Heilpraktikerin, in Würenlos
 

Vorträge – einige Highlights
 

„Palliative Care“. Referat von Frau Cornelia Knipping.

"Moderne Medizin im Spannungsfeld von Erfolg und Menschlichkeit"
Vortrag von Frau Dr. Ruth Baumann- Hölzle.

"Das tägliche Einkaufen selbstbestimmt oder fremdgesteuert?"
Frau Dr. Joan Davis gibt uns Einblick in die Wirkung der Werbung auf unser Konsumverhalten.

Kulturelles, Ausflüge

"Drei grosse Frauen" von Edward Albee im Theater Heddy Maria Wettstein.

"Kulturgeschichte der Frau"
Geführter Rundgang durch die Sonderaustellung im Kulturama Zürich.

"Von Anker bis Zünd"
Frau Madeleine Witzig führt uns durch die Ausstellung im Kunsthaus in Zürich.

Filmabend: "Georgette Meunier".

Klösterliches Tibet-Institut in Rikon. Besuch und Führung.

"Plötzlich bist du eine Ausgestossene". Geführter Frauenstadtrundgang durch Zürich.

Filmabend: "Die Salzmänner von Tibet".

Ausflug ins Kloster Fahr: Einblick in das Leben der 40 Benediktiner-Schwestern.

"Vollendet-Unvollendet"
Paul Cézanne im Kunsthaus. Führung mit Frau Madeleine Witzig.

Malerlebnis im Ried mit Frau Karin Reinhardt.

"Die Welt dröhnt und schäumt"
Führung von Frau Madeleine Witzig durch die Ausstellung von William Turner, dem Maler des Lichts, im Kunsthaus.
Besuch der Solothurner Literaturtage.

"Vernunft und Leidenschaft". Ausstellung im Museum Bärengasse.

"Prostitution in Zürich ". Sonderausstellung im Museum Bärengasse.

"Niemals Feierabend - Winterthurer Arbeiterinnen von 1870 – 1920"
Frauenstadtrundgang in Winterthur.

"Wein , Weib und Gesang"
Rebrundgang, Kellerbesichtigung und Degustation bei Winzer Reto Honegger, Stäfa.

„Monets Garten“. Führung im Kunsthaus.

„Die Präsidentinnen“. Theatervorstellung im Schauspielhaus.

„cotton – baumwolle – bio & fair“. Ausstellung der Helvetas in Winterthur.

Filmvorführung: „Mais im Bundeshus“

Konzert der „Vogelfreisingfrauen“

„Frauenbilder im Märchen“. Vortrag von Heidi Sprenger.

Krimi-Stadtrundgang in Zürich.

Musikalische Leckerbissen im Jazzcontainer.

Menschen und Umwelt

„Klimawandel – Risiken & Chancen“
Referat von Herr Dr. Patrick Hofstetter, Klimatologe.

"Flüchtlingspolitik". Die Situation in unserem Land.
Frau D. Kunzmann und Herr M. Flühmann, Mitarbeitende der Asylorganisation des Kantons Zürich, berichten.

"Gentechnologie - Chance oder Risiko?"
Referat von Herr Daniel Ammann.

"Die Menschen und ihr Leben in Madagaskar"
Ein Vortrag von Frau Hedy Meier

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